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12.10.2026

Kommunales Hilfesystem in Not

Die AWO zeigt die Folgen der Mittelkürzungen in der Migrationssozialarbeit auf. Für gelingende Integration und Teilhabe fordert der Bundesverband Investitionen statt Kürzungen sowie Planungssicherheit.

Personalabbau in der Migrationssozialarbeit verhindern! Laut Berechnungen des AWO Bundesverbandes ist fast jede vierte Stelle in der bundesgeförderten Migrationssozialarbeit gefährdet. Die Bundesregierung plant weitreichende Kürzungen in der Migrationssozialarbeit. Der AWO Bundesverband hat analysiert, wie sich das in der Praxis auf die Träger, aber auch gesamtgesellschaftlich auswirkt. Allein bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind eigenen Berechnungen zufolge 112 von derzeit 466 Stellen gefährdet, verbandsübergreifend ist demzufolge ein Rückgang um 27 Prozent im Vergleich zu 2026 zu erwarten.

Die Folge wäre ein Rückgang der Angebote in einem ähnlichen Umfang – denn wo keine Sozialarbeiter*innen mehr sind, können auch keine Beratung, Gruppenangebote oder andere Unterstützungsleistungen mehr vorgehalten werden. Das ist fatal, denn je stärker sich Ressentiments und eine migrationsfeindliche Stimmung in der Gesellschaft ausbreiten, desto mehr sind Menschen mit Migrationsbiografien darauf angewiesen, Unterstützung, Orientierung und Solidarität zu erfahren.

Wir als AWO fordern: Investitionen statt Kürzungen

Als AWO wollen wir auch weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, dass Integration durch Teilhabe gelingt. Dafür braucht es

  • neue Investitionen, um die Migrationssozialarbeit als wichtigen Bestandteil der kommunalen Unterstützungsstrukturen zu stärken
  • mittelfristige Planungssicherheit und Förderbedingungen, die die Realität gemeinnütziger Träger würdigen
  • eine gesetzliche Absicherung der Beratungslandschaft, um den besonderen Stellenwert einer starken Migrationssozialarbeit nicht der politischen Konjunktur auszusetzen
  • Kommunales Hilfesystem in Not

    Welche Folgen die Mittelkürzungen in der Migrationssozialarbeit für Betroffene, Träger und Gesellschaft haben – AWO-Analyse zu Erfahrungen aus der Praxis