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15.09.2026

Für eine inklusive, bedarfsgerechte und zukunftsfeste Kinder- und Jugendhilfe

Der Bundesverband und die weiteren BAGFW-Verbände sehen den Regierungsentwurf zum ersten Kinder- und Jugendhilfe-Strukturreform-Gesetz als politischen und fachlichen Rückschritt und fordern Nachbesserungen.

Am 12. August 2026 verabschiedete das Bundeskabinett den Entwurf eines ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG). Die Verbände der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) sehen zentrale Punkte des Regierungsentwurfs kritisch. Es bestehe insbesondere die Gefahr, dass notwendige Weiterentwicklungen und die bedarfsgerechte Unterstützung junger Menschen aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen zu kurz kommen. Das Ziel, die Kinder- und Jugendhilfe inklusiv, bedarfsgerecht und zukunftsfest auszugestalten und allen jungen Menschen und ihren Familien verlässliche Zugänge zu den erforderlichen Leistungen zu sichern, wird aus BAGFW-Sicht mit den im Entwurf vorgeschlagenen Neuregelungen nicht erreicht. Im Positionspapier nehmen die Verbände Stellung zu den wesentlichen Regelungen und definieren notwendigen Änderungsbedarf. Ihr zentrales Anliegen lautet:

Die Bedarfe junger Menschen dürfen nicht einer Sparlogik zum Opfer fallen.

Denn eine leistungsfähige Kinder- und Jugendhilfe ist eine unverzichtbare soziale Infrastruktur und eine wesentliche Voraussetzung für das gelingende Aufwachsen junger Menschen. Die BAGFW-Verbände fordern, konkrete und verbindliche Schritte zur Herstellung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe festzuschreiben: Junge Menschen mit und ohne Behinderungen und ihre Familien müssen grundsätzlich Zugang zu einem einheitlichen, bedarfsgerechten und barrierefreien Leistungssystem erhalten. Die BAGFW-Verbände appellieren an Bundestag und Bundesrat, den Gesetzentwurf grundlegend nachzubessern.

  • Jetzt echte Generationengerechtigkeit gestalten

    Junge Menschen und ihre Familien brauchen die Unterstützung der Bundespolitik – BAGFW-Positionspapier zum Regierungsentwurf eines ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe

Empfehlungen der Bundesratsausschüsse

Der federführende Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Ausschuss für Arbeit, Integration und Sozialpolitik, der Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Kulturfragen veröffentlichten ihre Empfehlungen an den Bundesrat hinsichtlich einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf. Darin führen sie folgende Hauptpunkte an:

  1. Forderung: Keine Abkehr von der inklusiven Gesamtzuständigkeit
  2. Vorrang von Infrastrukturangeboten vor individuellen Hilfen zur Erziehung wird abgelehnt
  3. Erwartete Einsparungen sind nicht ausreichend belegt – gleichzeitig drohen erhebliche Mehrkosten
  • Empfehlungen der Ausschüsse

    Empfehlungen an den Bundesrat vom Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, vom Ausschuss für Arbeit, Integration und Sozialpolitik, vom Finanzausschuss sowie vom Ausschuss für Kulturfragen