Kirstin Büttner
Referentin für AWO-Qualitätsmanagement
Der Bundesverband koordiniert das verbandsübergreifende integrierte Qualitätsmanagement der AWO und entwickelt dieses kontinuierlich weiter. Der Qualitätssicherung dienen sowohl die regelmäßige Überprüfung der AWO-Standards in den Fach-Arbeitskreisen als auch der regelmäßige fachliche Austausch im Arbeitskreis AWO-QM, der AWO-Auditor*innen-Versammlung und der QM-Netzwerktagung. Das AWO Management ist weit mehr als die Erfüllung von Standards – es ist ein systematischer Ansatz, um Prozesse kontinuierlich zu verbessern, Wissen im Verband zu teilen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und Mitarbeitende aktiv einzubinden. Es unterstützt dabei, Qualität sowie weitere Management-Themen transparent, messbar und nachhaltig zu gestalten. Es schafft klare Strukturen, fördert den fachlichen Austausch im Verband und sorgt dafür, dass die Dienstleistungen mit einem hohen Qualitätsanspruch erbracht werden.
Die von der AWO gemeinsam festgelegten Qualitätsstandards werden extern überprüft. Dies ist über das Statut verpflichtend geregelt. Mithilfe gemeinsamer Standards soll die Marke AWO geschärft und gestärkt werden, um wettbewerbsfähig zu sein und dabei die Werte der AWO in jeder Dienstleitung erlebbar zu machen. Nach dem Motto: „Wo AWO draufsteht, soll auch AWO drin sein.“ Um die Verpflichtung des Statuts zu erfüllen, steht derzeit neben dem modernen AWO Management auch das klassische AWO-Tandemsystem zur Verfügung.
Das moderne AWO Management bietet Flexibilität für Innovation und Effizienz. In diesem System können verschiedene anerkannte Management-Systeme wie EMAS, ISO oder EFQM genutzt und um die Anforderungen der AWO-Standards ergänzt werden. So können Organisationen das für sie passende System aufbauen, etablieren und um die spezifischen Qualitätsanforderungen der AWO ergänzen. Ziel ist es, doppelte Strukturen und unnötige Prüfungen zu vermeiden und stattdessen den Fokus auf Synergien zu richten, um Bürokratie zu reduzieren und Ressourcen freizusetzen.
Beschluss der Bundeskonferenz 2025: AWO-Management 2030 – Werte, die zählen
Die AWO-Werte bilden das Fundament für ganzheitliches Handeln im AWO-Managementsystem. Sie definieren die Haltung der Organisation gegenüber Kund*innen, Mitarbeitenden und der Gesellschaft.
Das System passt sich der Organisation an, nicht die Organisation dem System. Jede AWO-Einrichtung ist individuell auf ihren Kontext ausgerichtet. Zielgruppe, Größe, regionale Begebenheiten und spezifische Herausforderungen bestimmen das werteorientierte Handeln.
Die Module werden so gewählt und gestaltet, dass sie zum Selbstverständnis und den Zielen passen.
Die AWO-Fachstandards stellen die Zielgruppen der jeweiligen Dienstleistungen in den Mittelpunkt. Die Kapitelstruktur orientiert sich am prozessualen Ablauf der AWO-Angebote und Dienstleistungen.
Die Basiskriterien gelten als verbindliche Vorgaben, welche grundsätzlich einzuhalten sind und auf abgestimmten Beschlüssen, Leitlinien und Qualitätsanforderungen der GEKO-Arbeitskreise beruhen.
Entwicklungskriterien zeigen neue Perspektiven für AWO-Organisationen auf und sollten von diesen in ihre Planungen aufgenommen werden.
Die Entwicklungskriterien werden von den GEKO-Facharbeitskreisen entwickelt und regelmäßig überarbeitet. Sie können zu Basiskriterien werden.
Umsetzungshinweise, Praxisbeispiele und Leitlinien unterstützen die AWO-Organisationen aller Entwicklungsstufen beim Übertrag der Anforderungen in die Praxis.
Die Prüfsystematik beschreibt den Einstieg in das AWO Management auf Grundlage der Erfahrung und die Voraussetzungen zur Erreichung des jeweiligen Levels. Je nach Reifegrad können die Organisationen die passende Stufe wählen.
Die Selbstbewertung zeigt Stärken, Potenziale und Handlungsfelder auf und liefert eine Basis für gezielte Verbesserungen.
AWO-Mentor*innen tragen zum gegenseitigen Lernen innerhalb der AWO bei und unterstützen beim Aufbau eines werteorientierten Managementsystems. AWO-Auditor*innen überprüfen die Konformität.
Der Managementstandard definiert die werteorientierte Führung von AWO-Organisationen und die Verantwortung der AWO-Unternehmen für den Mitgliederverband, wobei relevante, verbandsübergreifende Beschlüsse die Grundlage bilden.
In vier Kapiteln werden alle Aspekte des Managements
im Sinne der AWO-Werte beschrieben:
• Werteorientierte Führung
• Innovation und Zukunft
• Soziale Anwaltschaft und Gesellschaft
• Kommunikation, Wissen und Transparenz
Die Kombinierbarkeit mit anderen Managementsystemen fördert den Aufbau eines werteorientierten integrierten Managementsystems in den AWO-Organisationen.
Rahmenverträge mit akkreditierten und nicht-akkreditierten Zertifizierungsgesellschaften gewährleisten die Umsetzung und Zertifizierungen von gängigen Managementsystemen, wie ISO 9001, EMAS und weiteren.
Zertifizierungsgesellschaften und AWO-Auditor*innen überprüfen die Konformität.
Referentin für AWO-Qualitätsmanagement
In der Gesellschaft für Organisationsberatung in der sozialen Arbeit (GOS) unterstützt der Bundesverband Einrichtungen und Dienste bei ihrer zukunftsorientierten Entwicklung durch Beratung und Coachings – ganz gleich, ob es um den Aufbau eines neuen Managementsystems, die Integration von weiteren Standards in etablierte Systeme oder um die Vermittlung von AWO-Auditor*innen für Mentorings und Audits geht.
Als Plattform zur Vernetzung mit Kolleg*innen aus dem Verband zum Thema Qualitätsmanagement stellen wir momentan HumHub zur Verfügung. HumHub ist eine Open-Source Social-Networking- und Intranet-Plattform, die Organisationen, Unternehmen und Communities eine flexible Lösung für interne Kommunikation, Zusammenarbeit und Wissensaustausch bietet. Einfach anmelden und Informationen teilen!
Flyer AWO Management im Format Din A3
Das klassische AWO-Tandemsystem besteht aus der Kombination der Anforderungen der ISO 9001 und den spezifischen Anforderungen der AWO an ihre sozialen Dienstleistungen, die in den AWO-Norme abgebildet sind. Dieses Modell ist seit etwa 20 Jahren etabliert und gelebt. Es bietet die Übersetzung der Anforderungen der international anerkannten Anforderungen der ISO 9001 an Qualitätsmanagementsysteme für soziale Einrichtungen und Dienstleistungen. Querschnittthemen, wie Nachhaltigkeit und interkulturelle Öffnung, werden praxisnah durch Leitlinien abgebildet.

Weitere Dokumente stehen hier zum Download zur Verfügung.