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07.11.2025

Parlamentarisches Frühstück zur Asylverfahrensberatung und zu Psychosozialen Zentren

Parlamentarisches Frühstück zur Asylverfahrensberatung und zu Psychosozialen Zentren am 6.11.2025

Am 6. November 2025 nahm der AWO Bundesverband an einem von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege initiierten Parlamentarischen Frühstück im Deutschen Bundestag zu Asylverfahrensberatung und zu Psychosozialen Zentren teil.

Unter der Schirmherrschaft der innenpolitischen Sprecher Sebastian Fiedler (SPD) und Alexander Throm (CDU) diskutierten Abgeordnete, Mitarbeitende sowie Vertreter*innen des BAMF, des BMI, des BMFSFJ und der Freien Wohlfahrtspflege über die Wirkung zweier zentraler Bundesprogramme: die Asylverfahrensberatung (AVB) und das Bundesflüchtlingsprogramm mit den Psychosozialen Zentren (PSZ).

Praxiseinblicke zur Asylverfahrensberatung

Petra Müller, Leiterin der BAMF-Außenstelle Trier, lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den freien Trägern. Die Asylverfahrensberatung unterstütze Ratsuchende dabei, das Verfahren zu verstehen und realistische Erwartungen zu entwickeln. Freie Träger könnten Aufgaben übernehmen, die das Bundesamt selbst in seiner neutralen Rolle nicht leisten dürfe – etwa Ratsuchende über Erfolgsaussichten informieren oder von Asylanträgen abraten. So würden aussichtslose Anträge reduziert und Verfahren beschleunigt. Auch trage die unabhängige Beratung dazu bei, behördliche Entscheidungen nachvollziehbarer und damit akzeptierter zu machen. In Trier, so Müller, funktioniere die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen BAMF, Asylverfahrensberatung und Psychosozialen Zentren besonders gut.

Martina Mauer von der AWO Berlin-Mitte berichtete aus der Praxis: Die AVB helfe Asylsuchenden, das Verfahren und seine Anforderungen zu verstehen und relevante Informationen rechtzeitig einzubringen. Dadurch könnten Schutzbedarfe frühzeitig erkannt und langwierige Gerichtsverfahren vermieden werden. Die Folge sei eine Entlastung von Behörden und Gerichten. Zudem unterstütze die AVB das BAMF bei der Identifizierung besonderer Schutzbedarfe – beispielsweise bei Opfern von Menschenhandel.

Bedeutung der Psychosozialen Zentren

Anne Benzing vom PSZ Xenion in Berlin hob den hohen Unterstützungsbedarf psychisch belasteter Menschen hervor. Die Angebote der Psychosozialen Zentren seien entscheidend, damit Betroffene Stabilität finden, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und Integrationschancen – etwa im Arbeitsmarkt – nutzen können. Sie zeigte auf, dass diese Angebote auch gesamtwirtschaftlich wirken: Sie vermeiden Chronifizierung, entlasten Regeldienste und fördern gesellschaftliche Teilhabe – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer stabilen und solidarischen Gesellschaft.

Investition in Stabilität und Zusammenhalt

In der Diskussion wurde betont, dass knappe Haushaltsmittel gezielt eingesetzt werden müssen.

Eine frühzeitige Unterstützung durch Asylverfahrensberatung und Psychosoziale Zentren sei eine Investition, die sich mehrfach auszahle: durch schnellere und rechtssichere Verfahren, geringere Folgekosten und bessere Integrationschancen. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen gehe es jedoch auch um den gesellschaftlichen Zusammenhalt – denn unbehandelte psychische Belastungen können langfristig alle betreffen.

Die Wortbeiträge machten deutlich, dass die Angebote der Freien Wohlfahrtspflege nicht nur die individuelle Stabilität und Orientierung von Schutzsuchenden stärken, sondern zugleich ein funktionierendes Asylsystem unterstützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort fördern.

Beim Parlamentarischen Frühstück vertraten Thomas Heser, Referent für Flüchtlingssozialarbeit, und Daniel Mader, Referent im Bundesprogramm Asylverfahrensberatung, den AWO Bundesverband.

Kerstin Becker, Paritätischer Gesamtverband (Mitte) und die Schirmpaten Sebastian Fiedler, SPD (links) und Alexander Throm, CDU
Kerstin Becker vom Paritätischen Gesamtverband (Mitte) mit den Schirmherren Sebastian Fiedler von der SPD (links) und Alexander Throm von der CDU

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