Menschenrechte wahren – Versprechen halten
Der AWO Bundesverband und mehr als 250 weitere Organisationen fordern die Bundesregierung in einem offenen Brief auf, Schutzsuchende aus Afghanistan mit Aufnahmezusage endlich zu evakuieren. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder.
Deutschland muss zu seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen stehen und jene Menschen schützen, bei denen eine Gefährdung erkannt und für die bereits eine Aufnahmezusage erteilt wurde: „Die menschenrechtlichen Verpflichtungen unseres Landes dürfen kein Lippenbekenntnis sein – das schulden wir jenen, die für Deutschland gearbeitet oder die sich auf uns verlassen haben. Vertrauen ist unsere stärkste Währung. Wer Vertrauen verspielt, handelt gegen Deutschlands Interessen,“ appellieren die unterzeichnenden Organisationen. Und die Zeit drängt, denn jeder Tag zählt: Eine Abschiebung nach Afghanistan bedeutet Verfolgung, Misshandlung und Tod.
Im offenen Brief an Innenminister Dobrindt und Außenminister Wadephul fordern die unterzeichnenden Organisationen – darunter neben der AWO Terre des Hommes, Kabul Luftbrücke, PRO ASYL, Amnesty International, der Paritätische Gesamtverband, Human Rights Watch sowie Brot für die Welt – die sofortige Evakuierungen aller Menschen mit Aufnahmezusage, einen schnellen Abschluss der Verfahren ohne weitere Verzögerung und die Sicherheit vor Abschiebungen nach Afghanistan.
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Menschenrechte wahren – Versprechen halten
Offener Brief des AWO Bundesverbands und über 250 weiterer Organisationen zur Aufnahme gefährdeter Menschen aus Afghanistan
Hintergrund
Derzeit befinden sich in Pakistan rund 1.800 afghanische Staatsangehörige, die eine Aufnahmezusagen aus den vier verschiedenen deutschen Aufnahmeprogrammen haben – Bundesaufnahmeprogramm (§ 23 Absatz 2 AufenthG), Ortskräfteverfahren (§ 22 Satz 2 AufenthG), Menschenrechtsliste (§ 22 Satz 2 AufenthG) und Überbrückungsprogramm (§ 22 Satz 2 AufenthG). Circa 250 von ihnen wurden im August 2025 bereits nach Afghanistan abgeschoben und warten in einem Safehouse auf die Fortsetzung ihrer Verfahren. Während die Bundesregierung angekündigt hat, die Verfahren für Personen im Bundesaufnahmeprogramm und im Ortskräfteverfahren weiterzuführen, sind die Verfahren der Menschenrechtsliste und im Überbrückungsprogramm weiterhin ausgesetzt.