06.11.2023

Empfehlungen für den Gewaltschutz geflüchteter Menschen im Kontext der Notunterbringung

In Situationen mit relativ hohen Ankunftszahlen werden geflüchtete Menschen häufig behelfsweise oder in Notunterkünften wie Containern oder Zelten untergebracht. Maßnahmen für den Gewaltschutz werden dabei oft vernachlässigt. Doch auch dann müssen alle Menschen, besonders vulnerable Personen wie Kinder und Jugendliche, zu jeder Zeit geschützt werden. Das fordert ein gemeinsames Policy Paper von NGOS und Wohlfahrtsverbänden.

UNICEF und das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) haben 2016 die „Bundesinitiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ ins Leben gerufen. Diese arbeitet seit 2016 daran, die Bedingungen für den Schutz vor Gewalt in den Unterkünften für geflüchtete Menschen zu verbessern. In diesem Rahmen sind gemeinsam mit den vielen Partner*innen der Bundesinitiative auch die „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ entstanden und stetig weiterentwickelt worden. Die AWO war von Anfang an mit dabei.

Die entwickelten Mindeststandards waren ein wichtiger Schritt und sind inzwischen bundesweit bekannt, allerdings sind sie für die Betreiber*innen von Unterkünften nicht verpflichtend. Um sicherzustellen, dass Gewaltschutz von allen geflüchteten Menschen einschließlich Kindern auch bei der Notunterbringung von Anfang sichergestellt wird, hat sich im Rahmen der Bundesinitiative zum Schutz geflüchteter Menschen in Flüchtlingsunterkünften eine Arbeitsgemeinschaft zur Notunterbringung gegründet und Dokumente entwickelt, die als Hilfestellung dienen sollen.

Das Policy Paper ist in diesem Rahmen entstanden und richtet sich an politische Entscheidungsträger*innen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Es ordnet zudem die weiteren Dokumente in den Kontext ein. So soll eine Checkliste dem Personal in den Unterkünften eine erste Orientierung geben, aber die im Rahmen der Bundesinitiative gemeinsam entwickelten Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften nicht ersetzen. Weiterführende Informationen wurden in einer Toolbox zusammengestellt. Durch QR-Codes und Links auf der Checkliste gelangt man leicht auf die Toolbox. Der erstellte Muster-Verhaltenskodex ist zudem Teil der Toolbox und soll den Kommunen dabei helfen, den Gewaltschutz weiter zu verankern.

Alle Materialien wie Checkliste, Toolbox und Muster-Verhaltenskodex sind auf dieser Seite zu finden.

  • Das Policy Paper kann hier heruntergeladen werden