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07.07.2026

75 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

Flüchtlingsschutz - ein Mädchen und ein Junge sitzen lachend an einer Rutsche

Im Juli 1951 wurde mit der Genfer Flüchtlingskonvention die Grundlage des internationalen Flüchtlingsschutzes geschaffen. Verlässliche Unterstützung von Menschen, die vor Verfolgung fliehen mussten, stärkt den Zugang zu Schutz und Teilhabe und muss gesichert und ausgebaut werden.

In diesem Monat, vor 75 Jahren, wurde mit der Genfer Flüchtlingskonvention die Grundlage des internationalen Flüchtlingsschutzes geschaffen. Seither haben sich die Staaten verpflichtet, Menschen, die vor Verfolgung fliehen mussten, Schutz zu gewähren. Das Recht auf Schutz vor Verfolgung ist in komplexe Verfahren eingebettet. Schutzsuchende müssen sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden, kennen die Sprache und die Abläufe oft nicht und tragen häufig die Folgen schwerer Gewalterfahrungen. Genau hier setzen die Unterstützungsstrukturen der Wohlfahrtsverbände und der Zivilgesellschaft an: Sie helfen Menschen dabei, ihre Rechte wahrzunehmen und den ihnen zustehenden Schutz tatsächlich zu erhalten. Bundesweit unterstützen sie Menschen nach der Flucht dabei, sich zu orientieren, ihre Rechte wahrzunehmen und Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnen und gesundheitlicher Versorgung zu erhalten. So schaffen sie die Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und stärken den sozialen Zusammenhalt.

Belastende Erfahrungen verarbeiten, Stabilität gewinnen, Perspektiven entwickeln

Alle Schutzsuchende kommen mit Erfahrungen von Krieg, Verfolgung, Gewalt oder Flucht nach Deutschland. Mehr als zwei Drittel erlebten potenziell Traumatisierendes, mindestens ein Drittel ist psychisch erkrankt. Viele von Ihnen benötigen daher psychosoziale oder psychotherapeutische Unterstützung. Gleichzeitig stoßen viele Betroffene im Regelsystem auf Hürden oder sie haben gar keinen Zugang.  Hier leisten Psychosoziale Zentren für Geflüchtete (PSZ) einen unverzichtbaren Beitrag. Sie bieten psychosoziale Beratung, therapeutische Unterstützung und Begleitung durch interdisziplinäre Teams. So helfen sie Menschen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, Stabilität zu gewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Ankommen, Orientierung finden, Fähigkeiten einbringen

Auch in anderen Angeboten der Flüchtlingssozialarbeit erhalten Schutzsuchende Zeit und Raum, ihre Fluchtgeschichte zu schildern, werden bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse unterstützt und fühlen sich ernst genommen und gesehen. Hier wird ihnen die Möglichkeit eröffnet, in Sicherheit und Ruhe anzukommen, Orientierung zu finden und ihre Fähigkeiten von Anfang an einbringen zu können. Diese Unterstützung schafft Vertrauen, erleichtert tragfähige Entscheidungen im Asylverfahren, stärkt den Rechtsstaat und entlastet Behörden und Gerichte. Darüber hinaus stärkt dies das gesellschaftliche Miteinander – und kommt letztlich uns allen zugute.

Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Auch das jüngst von der AWO und zahlreichen weiteren Organisationen veröffentlichte Memorandum „„Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ stellt ausführlich dar, dass eine gute Aufnahme und verlässliche Unterstützung nicht nur den einzelnen Schutzsuchenden helfen, sondern eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.

  • Memorandum

    Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt

Unterstützungsstrukturen sichern und ausbauen!

Dass diese Unterstützungsstrukturen gesichert und ausgebaut werden müssen, macht auch ein heute veröffentlichter Appell des Zentrums ÜBERLEBEN und zahlreicher weiterer Organisationen deutlich. Beratungsstellen, Psychosoziale Zentren und viele weitere Unterstützungsangebote leisten täglich unverzichtbare Arbeit für Schutzsuchende. Gleichzeitig stehen sie seit Jahren unter erheblichem finanziellem Druck. Die im Appell beschriebenen Herausforderungen decken sich mit den Erfahrungen aus unserer bundesweiten Praxis der AWO und es ist überaus wichtig, diese Perspektiven in politische Entscheidungen mit einzubeziehen.

  • Appell

    Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Arbeit mit geflüchteten Menschen – Appell des Zentrums ÜBERLEBEN und zahlreicher weiterer Organisationen