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24.03.2017 | Artikel

Europa muss sich wieder lohnen!

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Von: Peter Kuleßa

Der Soziologe Claus Offe ist in großer Sorge um die Zukunft der Europäischen Union. Die Menschen in der EU müssten wieder mehr ökonomische und soziale Sicherheit erfahren, um grenzüberschreitend solidarisch zu sein; um wieder Vertrauen in die Institutionen und politischen Akteur*innen in der EU zu gewinnen.

Der Rückzug hinter territoriale Grenzen und die Befestigung dieser Grenzen ist Gift für jede Vorstellung von grenzüberschreitenden Solidarverpflichtungen in Europa.

Claus Offe, Soziologe, im Interview mit der TUP.

Die aktuelle Lage ist jedoch eine andere, so Offe im Interview mit der TUP:

„Man muss sich dies knapp dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer vor Augen führen: Menschen verlassen sich wieder auf die Schutzfunktion physischer Grenzen. Staatsgrenzen waren eine Institution, die wir lange und gut kosmopolitisch unter dem Gesichtspunkt ihrer fortschreitenden Durchlöcherung gesehen haben. Nun gelten – ob in den USA oder an den Außengrenzen der EU wie sogar zwischen ihren Mitgliedstaaten: Schengen ade! – Zäune und Mauern wieder als willkommene Schutzwälle. Der Rückzug hinter territoriale Grenzen und die Befestigung dieser Grenzen, das ist die neue Tendenz – und das ist natürlich Gift für jede Vorstellung von grenzüberschreitenden Solidarverpflichtungen in Europa.“

Offe hofft auf eine Einsicht der Akteure. Die Probleme sind „so drängend, dass man nur darauf hoffen kann, dass sie den Akteuren Beine machen werden. Wohin sie dann laufen werden, hängt nicht nur von ihrer Bereitschaft zur Solidarität ab. Die kluge Einsicht in wohlverstandene eigene Interessen weist schon in die richtige Richtung, also eine europäische.“

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