Verbesserte Strukturen. Bezirksverband Schwaben: 2022 nahm der erste von vier Regionalstützpunkten seine Arbeit auf, um Ehrenamtliche noch bedarfsgerechter zu unterstützen.

Ein Mann und eine Frau lächeln, während sie gemeinsam auf einen Laptop schauen. Im Hintergrund ist ein AWO-Logo mit verschiedenen positiven Begriffen zu sehen.
© Daniela Ziegler, AWO Bezirksverband Schwaben e.V.

Foto: Brigitte Gruber vom Regionalstützpunkt in Kaufbeuren und Wolfgang Kolenda, der das Projekt im Bezirksverband koordiniert und beratend begleitet, stehen in engem Austausch.

 

Vereinsvorstände für die Arbeiterwohlfahrt sind zunehmend gefordert. Nicht nur, dass es immer schwieriger wird, die Vorstandsämter gut zu besetzen, neue Mitglieder zu gewinnen und Spenden einzuwerben. Größer werden auch die formalen Anforderungen. Einerseits plagen strengere gesetzliche Vorschriften und Vorgaben. Was früher unkompliziert und mit wenig Aufwand organisiert und durchführt werden konnte, beschäftigt jetzt weit mehr. Andererseits ist auch die Welt komplizierter geworden. Neue Medien erobern die Gesellschaft und auch hier kommen viele kaum noch nach.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel, ihre Ehrenamtlichen künftig noch intensiver und vor allem bedarfsgerechter vor Ort zu unterstützen, hat die AWO Schwaben sich dazu entschlossen, ihre Verbandsarbeit in die Fläche zu tragen. In einem Zeitraum von etwa einem Jahr sollen in Schwaben vier Regionalstützpunkte des AWO-Bezirksverbands geschaffen werden. Präsidentin Brigitte Protschka ist sich sicher, mit diesem Konzept den richtigen Nerv zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. „Die Arbeit für die AWO ist immer noch schön und erfüllend. Es bereitet uns allen Freude, für andere da zu sein und mit unseren vielfältigen Angeboten einen Beitrag für ein gutes Leben aller in unserer Gesellschaft zu leisten. Wir werden gebraucht. Viele Menschen nehmen unsere Hilfe dankbar an. Damit das auch so bleibt, müssen wir jetzt geeignete Strukturen schaffen.“

 

Zusammenarbeit mit dem Hauptamt im Blick

Der Bezirksverband lässt sich dies einiges kosten. Er finanziert die zu besetzenden vier Halbtagsstellen und die Büroausstattung. Angesiedelt werden die Stützpunkte in bereits bestehenden Einrichtungen der AWO Schwaben. „Das spart nicht nur Raumkosten, sondern fördert die Vernetzung. Neben der passgenauen Hilfe für Ehrenamtliche haben die Regionalstützpunkte nämlich auch die Zusammenarbeit mit dem Hauptamt im Blick“, erklärt Wolfgang Kolenda, der dieses Projekt im Bezirksverband gemeinsam mit Daniela Ziegler koordiniert und beratend begleitet. Für ihn liegen die Vorteile der neuen Struktur klar auf der Hand: „Ob es nun ums Sammeln von Spendengeldern geht, um Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, wozu zum Beispiel Infostände gehören, oder um das Ausprobieren neuer Aktionen: Wenn sich Ehrenamtliche mithilfe der Vermittlung durch die Regionalstützpunkte über ihre Orts- oder Kreisverbandsgrenzen hinaus zusammentun und obendrein noch Hauptamtliche mit ins Boot holen, ist vieles leichter umsetzbar.“

Erste Regionalstelle bereits gestartet

In Kaufbeuren hat bereits die erste Regionalstelle ihre Arbeit aufgenommen. Das Büro befindet sich im örtlichen AWO-Seniorenheim. Von dort aus ist Brigitte Gruber im Einsatz für die Ehrenamtlichen aus den Kreisverbänden Kaufbeuren-Ostallgäu, Kempten-Oberallgäu und Lindau sowie den angegliederten Ortsvereinen. Brigitte Gruber ist aufgrund einer vorhergehenden Tätigkeit mit den AWO-Strukturen bestens vertraut und weiß, wo bei Ehrenamtlichen der Schuh drückt. Am Anfang aller Zusammenarbeit steht natürlich das gegenseitige Kennenlernen. Die „taffe AWO-Frau“ hat sich selbst und das Projekt daher umfassend sowohl den Vereinsvorständen als auch den Einrichtungsleitungen vorgestellt. Ihr erster Eindruck: „Alle, die ich bisher kennengelernt habe, sind froh, in der Region eine Ansprechpartnerin zu haben. Ich stehe in allen Fragen beratend zur Seite. Wir schauen gemeinsam vor Ort, wo ich helfen kann. Zusammen finden wir eine Lösung.“

Mit dieser Neuerung blickt die AWO Schwaben zuversichtlich in die Zukunft, damit die Freude am Ehrenamt erhalten bleibt und der Herzschlag der AWO weiterhin deutlich und schwungvoll zu hören ist.