Bezirkskonferenz. Bezirksverband Hannover: 2022 wählten die Delegierten eine neue Präsidentin und forderten die Gleichbehandlung geflüchteter Menschen.

Eine lächelnde Frau, die einen Blumenstrauß hält, steht im Freien vor einem AWO-Banner.
© AWO Bezirksverband Hannover e.V.

Foto: die neu gewählte Vorsitzende des Präsidiums des AWO Bezirksverbands Hannover e.V. Angelika Tumuschat-Bruhn
88 Prozent der Delegierten wählten Angelika Tumuschat-Bruhn zur Vorsitzenden des Präsidiums: „Ich bedanke mich herzlich für das Vertrauen und freue mich darauf, mich in den kommenden drei Jahren für den Verband, seine Mitglieder und seine sozialpolitischen Anliegen stark zu machen“, sagte Angelika Tumuschat-Bruhn.

Angelika Tumuschat-Bruhn war bereits stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums, ist Vorsitzende des AWO Kreisverbands Harburg-Land e. V. und blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung in der öffentlichen Sozial- und Gesundheitsversorgung zurück.

Solidarität kennt keine Herkunftsstaaten

Auftakt der Konferenz war die Verabschiedung einer politischen Resolution. Die Delegierten beschlossen die Forderung, dass für alle Schutzsuchenden unabhängig von ihrem Herkunftsland die gleichen Aufnahmebedingungen gelten müssen. Mit der Resolution positionierte sich der Verband klar zu dem Umstand, dass Deutschland und die EU für Vertriebene aus der Ukraine schnell und lösungsorientiert ein Bleiberecht und einen Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Menschen aus anderen Herkunftsländern werden jedoch nicht die gleichen Chancen und Rechte zu Teil. „Hier offenbart sich, wie selektiv das Asylrecht in Deutschland angewendet wird“, so Angelika Tumuschat-Bruhn. „Wir begrüßen die gesellschaftliche und politische Solidarität mit den Vertriebenen aus der Ukraine ausdrücklich und unterstützen das Handeln der Bundesregierung“, betont sie weiter und fordert gleichzeitig: „Nur Solidarität mit allen geflüchteten Menschen ist wahre Solidarität! Unsere Solidarität kennt keine Herkunftsstaaten.“

Spenden für die Ukraine und kostenlose Schuldnerberatung für alle

AWO International unterstützt seit Beginn des Krieges die Menschen in der Ukraine sowie jene, die sich in Nachbarländer retten konnten. Der Vorstand des AWO Bezirksverbands Hannover e.V. hatte seine Mitarbeitenden zu einer Spendenaktion aufgerufen und jeden gespendeten Euro verdoppelt. Im Rahmen der Konferenz übergab der Vorstandsvorsitzende Marco Brunotte einen Scheck in Höhe von 10.862,00 Euro an AWO International. „Es ist beeindruckend, was AWO International gemeinsam mit ihrem Netzwerk in kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat. Durch ihre Hilfe erhalten Geflüchtete Beratung, Verpflegung, Unterkünften und erste Hilfe. Wir sind daher sehr froh heute diesen Scheck überreichen zu dürfen“, so Brunotte.

Ebenfalls beschlossen: Die Forderung nach einem Recht auf Schuldnerberatung für alle Bürger*innen. Die Notwendigkeit betont die Vorsitzende des Präsidiums: „Millionen von Menschen in Deutschland sind nicht in der Lage ihre Schulden zurück zu zahlen, doch nur ein Bruchteil von ihnen wird durch Beratungsangebote erreicht. Selbstständige, Arbeitnehmer*innen und Studierende haben keinen Zugang zu kostenlosen Beratungsangeboten und völlig willkürliche Faktoren wie der Wohnort entscheiden darüber, ob jemand Zugang zu Beratung erhält. Das darf nicht sein.“