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07.05.2020 | Veröffentlichung

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Der AWO Bezirksverband Niederrhein hat eine Handreichung von und für Praktiker*innen vorgelegt, die die Ergebnisse eines zweijährigen Modellprojektes zum Thema „Inklusive Raumkonzepte an Offenen Ganztagsschulen“ vorstellt. Das Projekt wurde gemeinsam mit drei AWO Kreisverbänden durchgeführt und aus Mitteln der Sozial- und Kulturstiftung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) gefördert.

Die ausgewählten Inhalte der Handreichung beruhen auf Methoden der Praxisforschung (wie subjektive Schulkarten, teilnehmende Beobachtung, Fotoevaluation), die exemplarisch in vier Grundschulen im Regierungsbezirk Düsseldorf erprobt und umgesetzt wurden.

Die Ergebnisse konzentrieren sich auf pragmatische Fragen, zum Beispiel auf kreative Raumnutzungskonzepte zur optimalen Nutzung (begrenzter) räumlicher Potenziale im Sinne eines inklusiven Lebens und Lernens in einer Schule. Auch bauliche Handlungsbedarfe in (Ganztags-)Schulen werden benannt, wenn es darum geht ausreichende Orte des Rückzugs, der Ruhe aber auch Freiräume für Bewegung und Erkundung in der Schule zu finden.

Mit der Handreichung möchte die AWO dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für räumliche Belange einer inklusiven Ganztagsbildung und -betreuung wach zu halten und zu schärfen. Denn Räume sollten in ihrer Wirkung auf das Wohlbefinden und das Zusammenleben der Menschen nicht unterschätzt werden. Mit der Handreichung möchte die AWO dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für räumliche Belange einer inklusiven Ganztagsbildung und -betreuung wach zu halten und zu schärfen. 

Die Ergebnisse der Handreichung wurden im Positionspapier „Mehr Raum für Kinder! Inklusiver Ganztag braucht Platz“ in politische Forderungen umgesetzt. Die AWO Niederrhein formuliert hier klare Forderungen nach einer angemessenen Raumfläche für jede Schülerin/ jeden Schüler: So müssen „pro Schüler*in mindestens 4,5 bis 5 qm für Lern- und Unterrichtsräume inklusive Ganztagsfläche…zur Verfügung stehen“, damit jedes Schulkind ausreichend Raum für Rückzug und Bewegung hat! Bei einer Klassengröße von 25 Kindern sollten demnach 112 bis 125 m² Fläche im Alltag zur Verfügung stehen, dies entspricht einer Mindestgröße von zwei Klassenräumen regulärer Größe. Trotz aller Kreativität und vielem Engagement tragen baulich-architektonische Rahmenbedingungen entscheidend dazu bei, inwieweit eine Schule überhaupt die Chance hat, sich zu einer guten Ganztagsschule zu entwickeln.

Die Forderungen der AWO richten sich an Bund, Länder und Kommunen im Zuge der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbildung und Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter die Notwendigkeit eines Kind bezogenen Raumbedarfs in Ganztagsschulen zu berücksichtigen und die erforderlichen Investitionsmittel bereit zu stellen.

 

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