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Wie Armutsprävention in der Kommune aussehen kann

Von: Michael Maas und Jürgen Otto

 

Die Präventionskette „Mo.Ki“ in Monheim am Rhein

Neben einer wirksamen Sozial- und Familienpolitik und mehr Bildungsgerechtigkeit, für die sich die AWO mit Nachdruck einsetzt, sind die soziale Infrastruktur und das Engagement vor Ort entscheidend dafür, ob alle Kinder gut aufwachsen. Die AWO leistet vor Ort durch hochwertige soziale Dienstleistungen und vielfältige Angebote einen wichtigen Beitrag dafür, die Lebenslagen von Kindern und ihren Familien wirksam zu verbessern. Im nachfolgenden Beitrag wird ein Praxisbeispiel vorgestellt, das zeigt, wie Armutsprävention in  der Kommune funktionieren kann. Um Kinderarmut wirksam abzubauen, müssen alle Kommunen finanziell in die Lage versetzt werden, präventive soziale Infrastrukturen aufzubauen und zu verstetigen.  

Die Präventionskette „Mo.Ki“ in Monheim am Rhein

Gemeinsam mit der Stadt Monheim am Rhein und mehr als 60 Kooperationspartner*innen hat die AWO Niederrhein in Monheim das Mo.Ki-Netzwerk zur Förderung von Familien und Kindern und damit einen zukunftsweisenden Ansatz zur Prävention von Kinderarmut entwickelt. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem  Deutschen Präventionspreis 2004.

Das Mo.Ki Netzwerk

Mit dem Mo.Ki Netzwerk soll durch eine präventiv angelegte Infrastruktur mit entsprechend konzipierten und aufeinander abgestimmten Angeboten möglichen Problemen von – insbesondere armen – Kindern und Jugendlichen entgegengewirkt und damit deren soziale Benachteiligung und Ausgrenzung vom frühestmöglichen Zeitpunkt an verhindert werden. Kennzeichnend für das Mo.Ki Netzwerk sind u.a.:

  • Gemeinsame Konzeptentwicklung (institutions- und trägerübergreifend)
  • Eine abgesprochene Arbeitsteilung (system- und trägerübergreifend)
  • Die Verknüpfung von Angeboten sowie eine dezentrale Angebotsumsetzung
  • Die gezielte Einbindung von Schlüsselpersonen des Hilfesystems

Wichtig ist, dass das Thema Kinderarmut und Armutssensibilität auch nach der erfolgreichen Etablierung einer Präventionskette kontinuierlich wachgehalten wird. Deshalb gibt es u.a. einmal jährlich eine Veranstaltung, in der die Grundgedanken und Leitideen des Monheimer Präventionsansatzes für alle neuen Mitarbeiter*innen in Monheim praxisnah vermittelt werden.

Die Mo.Ki Präventionskette

Mit der Entwicklung der Mo.Ki-Präventionskette wurde die kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Monheim am Rhein völlig neu ausgerichtet. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche von Geburt an bis zum Eintritt in das Berufsleben mit präventiven Maßnahmen und Angeboten einer eng vernetzten Struktur zu begleiten.

Ausgangspunkt der Präventionskette war 2002 das dreijährige, vom Landschaftsverband Rheinland geförderte Projekt Mo.Ki I für 3- bis 6-jährige Kinder in den Kindertagesstätten. Dessen Erfolg hat dazu geführt, dass es seit 2004 zu den Regelangeboten der Stadt Monheim zählt. Seit 2005 förderte die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW die Entwicklung weiteren Glieder der Mo.Ki Präventionskette. Diese Förderung und die gleichzeitige wissenschaftliche Begleitung durch das Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. waren wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Präventionskette von Anfang an auf einem hohen fachlichen Niveau entwickelt werden konnte.

Verlässliche Finanzierung für Kommunen

Damit sich auch in anderen Kommunen vergleichbare Strukturen entwickeln können, ist es unbedingt notwendig, dass personelle Ressourcen für die kommunale Präventionsarbeit dauerhaft und auskömmlich finanziert werden. Allzu oft haben solche Ansätze noch einen vorübergehenden Projektcharakter. Die Erfahrungen in Monheim zeigen aber, dass erfolgreiche Präventionsarbeit einen langen Atem und verlässliche Strukturen braucht.

Die AWO begleitet die 12 Wochen bis zur Wahl unter dem Motto „Deutschland, Du kannst das!“ mit sozial- und gesellschaftspolitischen Forderungen an die kommende Bundesregierung. Dieser Artikel wurde im Rahmen der Themenwoche „Kinderarmut beenden“ veröffentlicht. Mehr dazu unter: https://awo.org/bundestagswahl-2021

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