Corona-Krise

Corona-Krise

2020: Familie in der Corona-Krise solidarisch absichern

Das Jahr 2020 stand auch für das Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) ganz im Zeichen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das Familienleben. Dabei haben wir uns (presse-)öffentlich positioniert und Forderungen für die Absicherung der Vielfalt der Familie in Krisenzeiten aufgestellt.

Das vergangene Jahr hat daneben eine verbandsinterne Veränderung mit sich gebracht: Wir haben uns von unserer langjährigen Vorsitzenden Christiane Reckmann verabschiedet, die das ZFF (mit-)gegründet und geprägt hat. Sie hat den Staffelstab an Britta Altenkamp aus dem Bundespräsidium der Arbeiterwohlfahrt (AWO) übergeben, die auf der Mitgliederversammlung zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Inhaltlich hatten wir 2020 weiter die Bekämpfung der Familien- und Kinderarmut im Blick, diskutierten die Reform des Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrechts und beteiligten uns an der Gründung des Verbändebündnisses „Sorgearbeit fair teilen“, welches sich für die geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit einsetzt.

Familien in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen und Familien in Deutschland und weltweit grundlegend verändert und auch die Arbeit des ZFF bestimmt. Es zeigte sich deutlich, dass die Folgen der Pandemie soziale Ungerechtigkeiten „wie unter einem Brennglas“ sichtbar machen und eine nachhaltige politische Strategie gegen Kinder- und Familienarmut weiterhin fehlt. Gleichzeitig braucht es Maßnahmen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit, welche der ungleichen Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entgegenwirken. Seit März 2020 hat das ZFF die staatlichen Maßnahmen in Stellungnahmen kommentiert, presseöffentlich begleitet und seine Mitglieder und die (Fach-)Öffentlichkeit über aktuelle Hilfen für Familien und Lücken in den Regelungssystemen informiert. Ende 2020 hat sich das ZFF im dem Papier „Familien auch in Krisenzeiten gut absichern!“ zur Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien in der Corona-Pandemie positioniert.

Verabschiedung ehemaliger Vorstand

Christiane Reckmann, die (Mit-)Gründerin und langjährige Vorsitzende des ZFF, hat sich zur Mitgliederversammlung aus dem ZFF-Vorstand verabschiedet. Auch Wolfgang Stadler (AWO Bundesverband e.V.) und Renate Drewke (AWO Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis e.V.) haben unseren Vorstand verlassen. Der ursprünglich geplante Festakt zur Verabschiedung wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Das ZFF bedankt sich ausdrücklich für das herausragende Engagement und die intensive Zusammenarbeit.

Wahl des neuen Vorstands

Das ZFF hat einen neuen Vorstand. Bei der Mitgliederversammlung im Oktober 2020 wurde Britta Altenkamp aus dem Bundespräsidium der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die MdL und Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirk Niederrhein war bereits Mitglied im Vorstand des ZFF und setzt sich seit über 20 Jahren auf kommunaler und Landesebene für eine solidarische Kinder-, Jugend- und Familienpolitik ein. Daneben wurden Birgit Merkel (AWO Region Hannover) und Dieter Heinrich (PEV NW) im Vorstand sowie die Beisitzerin Anita Leese-Hehmke (AWO LV Berlin) im Amt bestätigt. Wir freuen uns daneben über neue Vorstandsmitglieder: Selvi Naidu (AWO Bundesverband), Wolfgang Jörg (AWO UB Hagen-Märkischer Kreis), Ines Albrecht-Engel (AWO BV Hannover) und Jürgen Tautz (AWO KV Chemnitz und Umgebung / AWO Landesverband Sachsen).

Workshop zur Reform des Sorge- Umgangs- und Unterhaltsrechts

Seit Jahren werden Reformen des Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrecht diskutiert, Rechtsgebiete, die angesichts gesellschaftlicher Veränderungen dringend angepasst werden müssen. Im März 2020 beschäftigte sich das ZFF gemeinsam mit dem AWO Bundesverband und dem ISS Frankfurt mit der politischen Debatte und aktuellen Reformbemühungen. Zentral wurden Gelingensbedingungen für ein Aufwachsen in Wohlergehen für Kinder und Jugendliche nach Trennung und Scheidung identifiziert. Die Ergebnisse sind in einer ausführlichen Dokumentation nachzulesen.

Gründung des Bündnisses „Sorgearbeit fair teilen“

Frauen erledigen einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, insbesondere die Betreuung und Erziehung von Kindern, Hausarbeit sowie Unterstützung und Pflege von Familienangehörigen. Durch die Corona-Pandemie ist diese ungleiche Verteilung der Sorgearbeit deutlich ins Bewusstsein getreten. Im Sommer 2020 hat das ZFF daher das Bündnis „Sorgearbeit fair teilen“ mitgegründet. Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis, an dem u. a. Frauenverbände, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände beteiligt sind, hat zum Ziel, die geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zu fördern.

Ausblick

Im Jahr 2021 werden wir uns weiter mit dem Thema der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auseinandersetzen und unsere Fachtagung in Kooperation mit dem AWO Bundesverband nachholen, die 2020 Corona-bedingt ausfallen musste. Wir wollen diskutieren, wie der Weg zu einer pflegefreundlichen Gesellschaft aussieht. Daneben wird 2021 von der anstehenden Bundestagswahl im Herbst geprägt sein. Den Wahlkampf wollen wir mit dem Schwerpunkthema „Für die solidarische Absicherung von Fürsorge“ begleiten und u. a. die Wahlprogramme der Parteien kritisch beleuchten.

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