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21.10.2021 | Pressemitteilung

Fachtagung „Perspektive Sozialraum – Aufgaben und Weiterentwicklung der AWO Migrationsfachdienste“

Gestern und heute fand die Online-Fachtagung „Perspektive Sozialraum – Aufgaben und Weiterentwicklung der AWO Migrationsfachdienste“ statt. Rund 170 Fach- und Leitungskräfte aus den Bundes­programmen JMD, MBE und aus der Flüchtlings­sozialarbeit sowie Expert*innen aus Praxis, Politik und Wissenschaft tauschten sich zur Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft im Sozialraum aus.

Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes, erklärt dazu: „Die AWO Migrationsfachdienste sind aufgrund ihrer Expertise und der etablierten Infrastruktur im Sozialraum wichtige Akteure in der Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft. Wir danken allen Berater*innen der AWO Migrationsfachdienste herzlich für ihr großes Engagement und ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen während der Corona-Pandemie. Mit enormer Kreativität wurden während des Lockdowns die Beratung und der Kontakt zu den Ratsuchenden aufrechterhalten (Beratung im walk and talk, Telefonberatung, Videoberatung, Beratung am Fenster, etc.) Die Aufrechterhaltung dieser Expertise und Infrastruktur ist nur durch eine sichere Finanzierung möglich. Daher fordern wir, die Bundesmittel für MBE, JMD und die Flüchtlingssozialarbeit von einer Projekt- in eine Regelförderung zu überführen und somit die professionelle Begleitung für Menschen in migrationsspezifischen Lebenslagen dauerhaft sicherzustellen. Weiter müssen die täglichen Arbeitsbelastungen der Berater*innen auf eine bessere Basis gestellt werden, indem ein angepasster Personal-/Fallschlüssel angewandt wird.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Fachtagung ist die Digitalisierung. „Insbesondere durch die Erfahrungen der Pande­miezeit hat die Digitalisierung auch in der Sozialen Arbeit einen Schub erhalten. Zugleich sind die Herausforderungen, beispielsweise einer pro­fessionellen Online-Beratung, besonders deutlich geworden“, so Döcker, „Digitale Angebote sind in der Beratung als ein zusätzliches Mittel zu betrachten, um die Ratsuchenden zu erreichen. Dennoch kann der digitale Zugang für die Ratsuchenden hochschwellig sein und diejenigen ausschließen, die nicht über eine ausreichende digitale Infrastruktur und digitale Kompetenz verfügen. Auf diese diskriminierenden Ausschlüsse weisen wir hin und setzen uns für die Teilhabe der Ratsuchenden im analogen wie auch im digitalen Sozialraum ein. Wir sagen zu, dass wir uns dabei mit aller Kraft einbringen.“

Bei der Tagung der AWO wurde noch einmal bekräftigt, dass, um faire und rechtssichere Asylverfahren sicherzustellen, eine bedarfsdeckende Finanzierung der Personal-, Sach- und Sprachmittlungskosten für eine flächendeckende und behördenunabhängige Asylverfahrensberatung – von der Ankunft bis zum rechtskräftigen Abschluss des Asylverfahrens – unabdingbar ist. Zudem muss zwischen Asylgesuch und Asylantragstellung sowie Anhörung ein angemessener Zeitraum (mindestens zwei Wochen) für die Beratung liegen.

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