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04.11.2020 | Pressemitteilung

AWO fordert: Suchtberatungsstellen absichern

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Zum heutigen ersten bundesweiten Aktionstag Suchtberatung fordert der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, Suchtberatung flächendeckend abzusichern. Suchtberatungsstellen stellen ein sehr wichtiges Hilfsangebot für Betroffene dar.

Dazu erklärt Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes:

„Vielerorts gibt es keine oder zu wenige Angebote der Suchtberatung. Zudem wird in finanzschwachen Kommunen der Rotstift zuerst bei den freiwilligen Leistungen angesetzt. Viele Suchtberatungsstellen arbeiten deshalb unter schwierigsten Bedingungen und immer mit der potenziellen Schließung vor Augen. Es muss aber gesichert sein, dass ein suchtkranker Mensch in Deutschland vor Ort Hilfe bekommen kann.“

Rund 10 Millionen Erwachsene in Deutschland sind suchterkrankt. Bundesweit gibt es rund 1.300 Suchtberatungsstellen, von denen die AWO 82 trägt. Suchtberatungsstellen in den Kommunen informieren und klären auf zu Abhängigkeiten, arbeiten präventiv zur Verhinderung von Suchterkrankungen  und beraten Klient*innen, Angehörige und andere Bezugspersonen. Sie vermitteln stationäre Rehabilitationstherapien und übernehmen die ambulante Behandlung und Weiterbehandlung nach stationären Behandlungsaufenthalten. Die Mitarbeiter*innen der Suchtberatungsstellen suchen ihre Klient*innen in Krankenhäusern und Justizvollzugsanstalten auf und kooperieren mit bestehenden Selbsthilfegruppen.

„Beratungsstellen vor Ort sind für die Behandlung der Betroffenen zentral. Suchterkrankte Menschen finden hier langfristige Unterstützung und Weitervermittlung in ergänzende Unterstützungsangebote“, erklärt Brigitte Döcker, „Ohne sie fehlt ein wichtiger Zugang zu Hilfe. Das ist fatal, denn Suchterkrankungen sind per se chronische Erkrankungen mit existenziellen Folgen für die Betroffenen und hohen Kosten für die Solidargemeinschaft.“

Die Arbeiterwohlfahrt fordert deshalb, dass Suchtberatung keine freiwillige Leistung der kommunalen Daseinsvorsorge sein darf, sondern als Pflichtaufgabe finanziell und strukturell gesichert werden muss. Döcker: „Suchtberatungsstellen sind systemrelevant und so müssen sie endlich auch behandelt werden. Sie müssen stabil, kostendeckend und verlässlich finanziert werden!“

Hintergrund:

Der bundesweite Aktionstag Suchtberatung findet unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, erstmalig am 04. November 2020 mit dem Motto "Kommunal wertvoll!" statt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. plant und koordiniert den Aktionstag Suchtberatung gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden.

Weitere Informationen zum Aktionstag „Suchtberatung – Kommunal wertvoll“ finden Sie hier.

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